24. Oktober 2006

Bern ist überall

Der berndeutsche Dialekt ist in Form von Mundartrock allgegenwärtig. Aber auch in der Spoken-Word-Bewegung ist er anzutreffen – ein irrwitziges Beispiel hierfür ist die CD «Im Kairo» der Autorengruppe «Bern ist überall».

19 Stücke und sechs Zugaben – allesamt im Berner Café «Kairo» aufgenommen – erzählen Geschichten aus dem Alltag, philosophieren über das Leben, spielen hemmungslos mit der Sprache und präsentieren ein verblüffend breites Spektrum. Ob atemlos, flammend, monoton, rhythmisch, stotternd oder blitzschnell – das Gesprochene steht bei der Darbietung unverrückbar im Zentrum; dann und wann durch Musik unterstützt.

Wie Pedro Lenz als Märchenonkel von der «Prinzessin auf der Erbse» thematisch in den Klassenkampf abrutscht und schliesslich vor Liebeskummer schluchzend die Erzählung abbrechen muss, ist schlicht unbeschreiblich. Wie Guy Krneta in «Ds Wort Wort» der Sprache auf den Grund geht und dabei gleichzeitig mit ihr spielt; man muss es selbst hören.
Für mich ist natürlich auch das «Gotthäuf-ABC» von Beat Sterchi ein Highlight, da es eine unerreichte Dichte an berndeutschen Spezialausdrücken aus der Literatur Gotthelfs enthält :-)

«Bern ist überall» besteht aus Stefanie Grob, Guy Krneta, Pedro Lenz, Gerhard Meister, Michael Stauffer und Beat Sterchi sowie Adi Blum (Akkordeon) und Michael Pfeuti (Bass). Termine von Auftritten wie auch die CD «Im Kairo» sind beim Berner Verlag mit dem lustigen Namen «Der gesunde Menschenversand» zu haben.

20. Oktober 2006

Mir sueche dr Nemo

Ds Bärndütsch isch sogar uf dr Video-Websyte «YouTube» z finde! Zum Byspil e bärndütsche Trailer vom Film «Finding Nemo». Henne guet gmacht u (Zitat) «ohni d Stimme vom Bruus Willis u Tom Hänks – aber zmingscht mir dr Stimm vom Ürsu» :-)

Da geisch de d Bännen ab!

Di Herbschtzytlose

Dr Film «Die Herbstzeitlosen» vo dr Bettina Oberli spilt im Ämmitaler Dorf Trueb. Dert läbt d Martha (Stephanie Glaser) – ire isch ds Läbe u dr chly Lade im Huus zümftig verleidet syt ire Maa gschtorbe isch. Wo si – vo dr Fründin Lisi (Heidi Maria Glössner) aatribe – d Läbesmittel im Lade dür Dessous ersetzt, wird nid nume ire Jugendtroum vo nere eigete Boutique Realität, si spaltet dermit o ds ganze Dorf.

Di einte sy begeischteret – di andere findes e Schand fürs Dorf. Wo ds kantonale Chorfescht in Trueb naachet isch für di Konservative im Dorf klar: di sündigi Boutique mues wäg bevor d Bsuecher us em ganze Kanton i ds Dorf chöme.

Wie d Martha um ire Troum kämpft u schliesslich gwinnt chönnet dir im Chino ga luege. I ha mi bländend amüsiert u glachet.

13. Oktober 2006

Die grössten Berndeutsch-Hits

Am letzten Samstag, 7. Oktober 2006, hat das Publikum des Schweizer Fernsehens den grössten Schweizer Hit aus 15 nominierten Liedern gewählt. Polo Hofer setzte sich mit «Alperose» sehr knapp gegen «Träne» von Florian Ast und Francine Jordi durch; Mani Matter («Hemmige») ergatterte mit deutlichem Abstand Platz drei.

Was fällt dem aufmerksamen Leser hier auf? Alle drei Podestplätze sind von berndeutschen Liedern besetzt! In den per Postkarte und Internet-Abstimmung ermittelten Nominationen waren gesamthaft fünf berndeutsche Lieder vertreten – die drei genannten sowie je eines von Patent Ochsner und Züri West.