11. Juli 2007

Von Algebra bis Zucker


Bild: www.reclam.de.
Wenn es um den «Import» von fremden Wörtern in die deutsche Sprache geht, so wird heute fast ausschliesslich über die Entlehnung von englischen Wörtern, sogenannten Anglizismen, gesprochen.

Arabismen
Wer des sprachlichen Fastfoods überdrüssig ist, kann sich am Buch «Von Algebra bis Zucker» erfrischen. Es vermittelt dem Leser anhand zahlreicher Beispiele wie arabische Wörter in den deutschen Wortschatz gelangten.
Bei der Lektüre offenbart sich schnell, dass die Wörter im Schlepptau der reichen arabischen Kultur den Weg zu uns fanden. Die kostbaren Güter aus dem Orient gab es damals nicht in Europa – infolgedessen kannten die europäischen Sprachen auch keine Wörter dafür. So hat die arabische Sprache den deutschen Wortschatz um Wörter wie «Baldachin», «Falafel» oder «Moschee» bereichert.
Aber nicht alle Lehnwörter geben ihre arabische Herkunft so offenkundig preis. Viele der Wörter sind gar nicht (mehr) als Arabismen zu erkennen. Die Wörter «Kaffee», «Limonade» oder «Zucker» wirken alles andere als fremd, stammen aber ebenfalls aus Arabien.

Kompakte Häppchen
Der Hauptteil des Buches ist in kompakte, in sich abgeschlossene Kapitel von zwei bis vier Seiten gegliedert und eignet sich daher auch für den Gelegenheitsleser. Jedes dieser Kapitel erklärt den teilweise langen Weg eines Wortes von der arabischen Welt über diverse Sprachen bis ins Deutsche. Nicht selten schweift der Autor kurz und knapp auf eng verwandte Begriffe ab, so dass im Rahmen der «Moschee» auch das «Minarett», die «Kaaba» und der «Imam» behandelt werden.
Ergänzt wird das gelungene Werk durch ein Vorwort zur Materie sowie eine kurze Geschichte des Orients und ein paar Karten, um die geographische Situation im Mittelalter zu verdeutlichen. Schade ist einzig, dass die behandelten Wörter nicht in der wunderschönen arabischen Schrift abgedruckt sind – das wäre eine kleine aber feine optische Bereicherung für das Buch gewesen.

Unger, Andreas. «Von Algebra bis Zucker – Arabische Wörter im Deutschen». Stuttgart: Reclam, 2006.

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